Alle Artikel von thorsten_schueller

Sprache: Bitte humorfrei und steril

Bei der Leichtathletik-EM haben die deutschen Sprinterinnen die Bronzemedaille geholt, namentlich Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto und Rebekka Haase. Das ZDF titelte bei Twitter unter einem Foto der vier mit knappen Hosen bekleideten Frauen: „Unser flotter Vierer“. Das empört natürlich, unter anderem Spiegel Online. Als „billigen Sex-Witz“ stuft ihn das Nachrichtenportal ein und verweist auf die lebhafte Diskussion bei dem Kurznachrichtendienst.

„Unser flotter Vierer“ geht natürlich gar nicht. Wenngleich es vier Damen sind, und flott waren sie auch unterwegs. Sprachlicher Witz darf nicht sein, auch keine noch so entfernte Anlehnung an eine andere, sexuell belastete Behauptung. Es könnte sich jemand belästigt fühlen, weil ein Redakteur sich Gedanken gemacht hat, wie er ein Foto originell beschriftet.
Auch wir plädieren für künftig humorfreie, einfallslose, langweilige und sterile Betitelungen. Phantasie in Redaktionen sollte abgemahnt werden, Sachlichkeit hat Vorrang. Freuen wir uns auf die schöne neue Kommunikationswelt – und die Schere im Kopf.

Die Flüchtlingskrise – eine SOP für Europa

Unternehmen, die erfolgreich sind, haben Prozesse etabliert, sogenannte Standard Operation Procedures (SOPs). Damit gelingt es ihnen, mit möglichst wenig Aufwand möglichst effektiv wiederkehrende Abläufe zu managen.

Seltsam, dass in der Politik noch niemand davon gehört zu haben scheint. Wie sonst ist zu erklären, dass der kaum mehr zu ertragende Streit über das Thema Flüchtlinge (gibt es eigentlich noch andere Themen? Bildung, Wirtschaft Infrastruktur…?) nicht gelöst wird – in Form von klaren, definierten Prozessen. Die könnten wie folgt aussehen:

a) Am Rande von Europa werden zentrale Aufnahmelager geschaffen, durch die alle Flüchtlinge durch müssen. Sie bieten menschenwürdige Lebensverhältnisse, medizinische Versorgung und Bildungseinrichtungen für die Kinder. Die Lager werden von der gesamten Gemeinschaft finanziert und personell ausreichend ausgestattet. Die EU holt die Flüchtlinge an zentralen Orten ab und bringt sie geordnet dorthin, damit Schlepper keine Chance mehr haben und niemand mehr auf der Flucht ertrinken muss.

b) In diesen Lagern werden die Asylverfahren zügig abgearbeitet. Wer nicht asylfähig ist, wird zurückgeschickt. Wer keinen Pass hat, erhält die Gelegenheit, sich über Konsulate seines Heimatlandes einen zu besorgen, andernfalls wird auch diese Person zurückgeschickt. Wer hingegen asylfähig ist, wird per Quotensystem einem europäischen Land zugewiesen. Asyl soll kein Wunschkonzert sein.

c) Das aufnehmende Land versorgt die Asylanten mit Wohnung, Lebensmitteln, Medizin und übergibt den Menschen einen klaren Integrationsplan. Dieser verlangt von den Neuankömmlingen, dass sie innerhalb bestimmter Fristen die Sprache lernen und sich fit für den lokalen Arbeitsmarkt machen müssen. Darüber hinaus verpflichten sich die Asylanten, die Werte des jeweiligen Landes anzuerkennen und danach zu handeln. Wer diese Kriterien nicht einhält oder erfüllt, riskiert seinen Asylstatus – ihm droht die Abschiebung.

d) Wenn bestimmte EU-Staaten diesen gemeinsamen Wertekodex – die Aufnahme hilfsbedürftiger Menschen – nicht mittragen, ist dies auf Dauer nicht zu akzeptabel. Im ersten Schritt werden ihnen finanzielle EU-Mittel gekürzt, im zweiten erhalten sie weniger Mitspracherecht. Ändern sie auch dann ihr Verhalten nicht, verlieren sie ihren Status als EU-Mitglied.

e) Parallel zu dieser Flüchtlings-SOP gibt es ein klares Einwanderungsgesetz. Dieses hat zum Ziel, qualifizierte Menschen aus anderen Ländern in die EU zu holen, sofern sie bestimmte Bedingungen, wie sie beispielsweise Kanada erarbeitet hat, erfüllen.

Mit dieser SOP hätte Europa endlich wieder Luft, sich um die anderen wichtigen Themen – Umwelt, Wirtschaft, Bildung, Wohnungsbau etc. – zu kümmern. Übrigens: Auch bei diesen Themen ist eine SOP hilfreich.

Seehofers Dämmerung – Chance für Bayern

Der deutsche Innenminister und frühere bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer befindet sich im Endstadium seiner politischen Ehe mit Frau Merkel. Es funktioniert schon lange nicht mehr, und das liegt vor allem an Herrn Seehofer, dessen Haupttätigkeit in den vergangenen Jahren darin zu liegen schien, der Bundeskanzlerin einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine zu werfen.

Nun, da er seinen Rücktritt angekündigt hat und doch nochmal mit Frau Merkel reden will, reagiert er wie ein panisch gewordener Ehemann in den letzten Zügen der Beziehung: Er kann mit der Frau nicht mehr, kündigt an, dass er sie verlassen wird, will dann aber doch nochmal mit ihr reden, obwohl er weiß, dass es nichts bringt. Er hat verloren, aber es fällt ihm schwer, das zu akzeptieren.

Und mit ihm verliert die CSU. Denn wie soll die Ehe zwischen CDU und CSU noch weiter möglich sein nach all dem Streit, den Vorwürfen und persönlichen Anfeindungen?

Doch gerade darin liegt die große Chance: Die CDU könnte die Gelegenheit nutzen, endlich auch in Bayern Präsenz zu zeigen und bei Wahlen anzutreten. Was für ein Segen für die zahllosen bayerischen Wähler, die eigentlich Merkel beziehungsweise CDU wollen, bislang aber Seehofer und dessen Wadenbeißer Dobrindt, Scheuer und Söder wählen mussten. Eine schwere Last würde von diesem Land der machtgeilen Politmänner fallen.  Die würden endlich wieder auf das zurecht gestutzt, was sie sind – Provinzfürsten im Süden der Bundesrepublik, die gerne mit dem ungarischen Zaunbaumeister Orban und dessen österreichischem Nachahmer Kurz spielen, aber mitansehen müssen, wie ihr Einflussbereich immer kleiner wird, weil die bayerischen Wähler nun CDU wählen.

 

 

 

Müll

Kürzlich mal wieder nach längerer Zeit in einem Fast-Food-Geschäft gelandet. Sobald die Menü-Auswahl vor mir auf dem Plastiktablett lag, bereute ich meinen Kauf: Kaffee im Plastikbecher; verpacktes Sandwich, versehen mit Industriekäse und Industrieschinken, in Sekunden hocherhitzt in der Mikrowelle; kleine Milchdöschen, einzeln verpackt in Plastikgefässchen; Zuckerstangen, jeweils einzeln verpackt. Der Nährwert nahe null, der Geschmack nahe null, jede Menge Abfall nach 5 Minuten Konsum. 

Giftgas aus Russland – wo sind die Beweise?

Die britische Regierung beschuldigt Russland, die russische Regierung, für das Giftattentat auf den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia auf britischen Boden verantwortlich zu sein.

Man kann Sympathien für Russland hegen oder gegen Russland eingestellt sein – das spielt hier keine Rolle. Entscheidend ist, dass in diesem Fall massive Vorwürfe gegen Moskau erhoben werden, ohne dass London Beweise für seine Vorwürfe präsentiert. Das aber wäre die Voraussetzung dafür, um Strafmaßnahmen gegen Russland, wie sie nun von der britischen Regierung initiiert worden sind, zu beginnen. Stattdessen hat Theresa May die Sanktionen in Kraft gesetzt, ohne der britischen und europäischen Bevölkerung darzulegen, wie sie und ihre Behörden die Schuld Moskaus nachweisen wollen oder können. Und die europäischen Staaten, so scheint es, stimmen ihr dabei zu. Tatsächlich stellen auch sie die entscheidende Frage nach dem Beweis nicht.

Es ist ein bisschen wie bei dem kleinen Mädchen, dass sich einen Rüffel der Mutter einfängt, (vor 25 Jahren wäre es vielleicht eine Ohrfeige gewesen), weil es verdächtigt wird, eine Tafel Schokolade aus dem Schrank entwendet und aufgegessen zu haben. Gut: Die Schokolade fehlt. Nur: Die Mutter hat nicht mit eigenen Augen gesehen, wie ihre Tochter nach der Süßigkeit gegriffen haben soll. Die Tochter selbst wiederum streitet jegliche Schuld ab. Dennoch wird sie bestraft.

Es mag ja Indizien oder Auffälligkeiten geben, die eine Verstrickung Moskaus in das Attentat auf Skripal und dessen Tochter vermuten lassen: Mehrere ungewöhnliche Todesfälle ähnlicher Art in Großbritannien in den vergangenen Jahren. Zynische Kommentare aus Russland gegenüber „Verrätern“. Keine eindeutige Distanzierung Wladimir Putins zu den Taten.

Doch allein aus der Tatsache (ist es wirklich eine Tatsache?), dass der angebliche Giftstoff einst in russischen Laboren entwickelt worden sein soll, ist noch kein Beleg dafür, dass Russland in diesem Fall auch hinter dem Anschlag steckt. Zieht London denn keine Alternativen in Betracht? Dass das Gift in falsche Hände geraten sein könnte? Dass ein Dritter hier, aus welchen Motiven auch immer, Rache nimmt? Und wieso beteiligt London nicht Moskau an der Untersuchung des Falles, möglicherweise überwacht von einer neutralen Institution?

Man könnte auch die Frage stellen, ob es wirklich schlau von der russischen Regierung wäre, einen solchen Anschlag auf diese Weise zu begehen? Das Gift wird Moskau zugeordnet. Würde Russland also nicht eine andere Methode, einen anderen und weniger nachweisbaren Stoff, wählen, um solch ein Attentat zu verüben? Ist Moskau wirklich so „doof“, sich derart plump der internationalen Kritik auszusetzen?

Man kann zu Moskau stehen wie man will – so lange keine Beweise vorgelegt werden, sollte auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung gelten. Oder wie war das damals mit der Begründung von US-Präsident Bush, den Irak anzugreifen?

 

 

Alle reden über unterdrückte Frauen – wo bleiben die Männer?

Aha, Weltfrauentag also. Da erfahren wir mal wieder, dass Frauen total benachteiligt sind. Sie kriegen die schlechteren Jobs, sie werden schlechter bezahlt, sie sind in Politik und Wirtschaft in der Minderheit. Im Deutschlandfunk beschwert sich eine engagierte Studiogästin, dass bei dem eben gespielten Lied, einem Duett, der Mann die erste Stimme hat. Natürlich, der Mann wieder.

Seit Monaten lesen und hören wir überall, dass Frauen von Männern begrapscht, verprügelt und sexuell missbraucht werden. MeToo lautet der entsprechende Hashtag. Bei Filmpreisverleihungen geht es mittlerweile offenbar weniger um Filme als darum, dass Regisseure vielfach sexwütige Bestien sind, die Schauspielerinnen erstmal flachlegen, ehe sie ihnen eine Rolle geben. Selbst bis dato unverdächtige Lyriker geraten mittlerweile in den Verdacht, mit einer Lobpreisung auf die Frauen in Wirklichkeit zu deren Erniedrigung beizutragen.

Kommentatorinnen wie Margarete Stokowski, die sich wöchentlich bei Spiegel Online ausbreiten darf, hat mit der Untersuchung und Beschreibung der allseits benachteiligten und gedemütigten Frauen ein umfassendes Thema gefunden. Es scheint ihr einziges zu sein.

Die Frauen können einem also leid tun. Aber sie sind engagiert. Sie fordern Quoten, halten Männer auf Abstand (eine Armlänge), gründen Frauenhäuser und organisieren Frauenflohmärkte. Seltsam nur, dass sie dabei so angestrengt, verbissen, teilweise geradezu hysterisch wirken.

Und wo bleiben die Männer? Die halten derweil den Mund und sehen dem Treiben der weiblichen Derwische erstaunt zu. Manche, die Wert auf ihr öffentliches Ansehen legen, stimmen gar in den Chor der Erbosten ein.

Zeit wird es, dass auch die Männer sich organisieren. Schließlich sind sie ungeachtet des aktuellen Aufschreis ein fester und legitimer Bestandteil dieses Planeten. Männer müssen es sich nicht gefallen lassen, dass sie von einer Gruppe erregter Frauen kollektiv als potenzielle Gewalttäter und Unterdrücker dargestellt werden. Bis die sich wieder beruhigt haben rate ich dazu, als Mann öfter wieder etwas mit einem Mann zu unternehmen – das ist in der Regel deutlich entspannter als ein Abend mit empörten, fordernden, klagenden und jammernden Frauen.

Trump ist größer

US-Präsident Donald Trump ruft in Richtung Kim Jong Un, dass sein Atomwaffenknopf größer sei. Das ist bedeutsam, denn Atomwaffen fliegen schneller und weiter, je größer der Auslöse-Knopf ist. Wir können uns also beruhigt zurücklehnen in der Gewissheit, dass die US-Atomwaffen Nordkorea im Fall des Falles ganz schnell platt machen. Gut, Kim wird vorher noch die ein oder andere Rakete in Richtung Seoul oder Tokio abfeuern, aber dann wird auch Schluss sein.

Man muss Trump für solche Größe dankbar sein. Er ist unser Beschützer, auf ihn können wir uns verlassen. Überhaupt ist an ihm alles größer und toller als bei anderen Männern: Seine Haartolle, sein Mundwerk, seine Frau, sein Bankkonto. Wahrscheinlich ist auch sein Schwanz der längste überhaupt. Den sollte er mal mit Kims Pendant vergleichen.

Trump: Der ideale Präsident

US-Präsident Donald Trump ist der richtige Mann für das Land. Er spricht in ein einfachen, verständlichen Sätzen. Für Personen mit Aufmerksamkeitsdefiziten wiederholt er wichtige Begriffe zudem regelmäßig, beispielsweise „Toll, „Super“ oder „Großartig“. Trump verfolgt zudem tolle Projekte: Eine Mauer zu Mexiko – Latinos neigen ja per se zu Gewalt. Die Abschaffung der Krankenversicherung Obama Care – dadurch spart der Staat Milliarden; eventuell erzieht dies auch zu einer gesunden Lebensweise. Die Absenkung der Steuern – das ist gut für die amerikanische Wirtschaft und damit für alle Amerikaner.

Trump hat zudem klare Ansichten. Jerusalem ist die Hauptstadt Israels. Oder: China und Russland sind die Feinde der USA. Oder: Nordkorea sollte militärisch zu Boden gezwungen werden.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen den erstgenannten und den zuletzt genannten Punkten. Die ersten betreffen – die Mauer zu Mexiko mal ausgenommen – in erster Linie die Amerikaner selbst. Sie haben den Mann zu Ihrem Präsidenten gewählt, also darf man davon ausgehen, dass sie glücklich mit seinem Vorgehen sind.

Die Aspekte Jerusalem, Feindobjekte China und Russland als auch Nordkorea hingegen haben beziehungsweise hätten Auswirkungen auf die gesamte Welt. In letzter Konsequenz mit Millionen von Toten. Hat aber die Welt Trump gewählt? Nein! Die Palästinenser haben es ebenso wenig getan wie die Koreaner oder die Europäer. Doch alle werden sie in die Politik Trumps mit einbezogen, müssen unter Umständen massiv darunter leiden, vielleicht sogar mit ihrem Leben.

Spätestens hier ist ein Punkt erreicht, an dem die Welt auf Trumps „America First“-Hymne ein „America Only“ anstimmen sollte. Trump ist allein auf Amerika zu begrenzen. Außerhalb davon sollte er zur Persona non grata erklärt werden. Pfiffe, Eier, „Go home“-Plakate in millionenfacher Ausführung wären die passende Begrüßung, wenn er seinen Fuß dennoch auf fremdes Territorium setzen wollte. Immerhin geht es um die Sicherheit und den Frieden der gesamten Menschheit. Trump ist gerade dabei, dies aufs Spiel zu setzen. Da kann niemand ruhig bleiben.

Vielleicht erledigt sich das Problem Trump aber auch von alleine. Vielleicht schrumpft sein Wortschaft – warum auch immer – von den aktuell gefühlt 100 Wörtern auf 50, dann auf 30, 20… Bis am Ende ein gut geföhnter Präsident mit festgetackertem Dauergrinsen hinter seinem Schreibtisch sitzt und in einer Art Dauerschleife „Great. great, great“ ruft.

Vorsicht! Sexuelle Belästigung!

In jüngster Zeit lernen wir, dass offenbar ziemlich viele Männer ziemlich viele Frauen sexuell belästigen oder belästigt haben. Wenn dem wirklich so ist, ist das bedauerlich. Frauen wollen nicht sexuell belästigt werden. Sie wollen zwar manchmal Sex mit Männern, sie wollen auch gerne Komplimente und Sie bauen Ihr Selbstverständnis nicht selten darauf auf, dass Sie Männern gefallen. Aber Belästigung geht gar nicht, wie auch immer die aussieht oder ausgesehen haben mag. War es eine Bemerkung des Mannes über Po, Busen, Beine der Frauen? War es ein Klapps auf den Po? Ein Griff an die Brust der Frau? Das ist nicht in allen Fällen wirklich klar geworden, bei denen Frauen sich unter anderem unter dem Hashtag „Me Too“echauffiert haben. Ist auch nicht von Bedeutung – es genügt, den Vorwurf der Belästigung zu erheben. Daraufhin muss Mann schon mal seinen etablierten Job räumen. Es ist auch nicht von Bedeutung, dass manche Frau 20 Jahre brauchte, um festzustellen, dass sie vor längerer Zeit belästigt worden ist. Dafür haben wir vollstes Verständnis, denn eine sexuelle Belästigung ist ein einschneidendes Erlebnis, das erstmal verarbeitet werden muss. Manche Frau braucht dafür eben etwas länger. Oder war ihr in dieser Zeit ihr Job wichtiger als die Empörung? Nein, so wollen wir nicht denken…

Die Debatte lehrt jedenfalls, dass Männer künftig höllisch aufpassen sollten. Keine Kommentare hinsichtlich Aussehen, Art und Sein einer Dame – das könnte nachträglich negativ ausgelegt werden. Das gilt vor allem für das Aufeinandertreffen von Mann und Frau im Unternehmen. Hier ist anzuraten, die Frau als sächliches Wesen zu betrachten und sie entsprechend zu behandeln.

Besonders heikel wird es beim Sex. Wie kann Mann sicher sein, dass Frau ihn nicht zehn Jahre später des Missbrauchs bezichtigt? Zu begrüßen ist in diesem Zusammenhang eine Initiative Schwedens, wonach die Sexualpartner vor dem Akt die Zustimmung des jeweils Anderen einholen sollen. Das soll auch für Stellungswechsel während des Aktes gelten. Wenn die Stimmung also bereits bei 85 Prozent angekommen ist und das Paar von Mission auf Hund wechselt, sollte es für ein paar Sekunden innehalten und sich diese Frage stellen: Willst Du das? Erst wenn ein klares Ja von der anderen Partei zu vernehmen ist, sollte das Paar seine Aktivitäten fortsetzen. Genau so wird es künftig in schwedischen Schlaf- und Hotelzimmern zugehen.

Allerdings bleibt eine gewisse Rechtsunsicherheit. Was, wenn zum Beispiel Frau anschließend behauptet, es sei gar kein einvernehmlicher Sex gewesen? Dann muss Mann wieder Ehre und Job opfern. Pech gehabt.

Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, sollten die Partner auf schriftliche Einverständniserklärungen zurückgreifen. Liegen diese von Beiden unterschrieben vor, gibt es auch vor Gericht keine Unklarheiten mehr. Um Sexualgemeinschaften den Arbeitsaufwand zu erleichtern, haben wir einen Vordruck entworfen, den Sie im Anhang finden, öffnen und ausdrucken können. Um den Akt nicht zu sehr zu verzögern, empfehlen wir, die verschiedenen vorgesehenen Stellungen vor Beginn des Aktes mittels Ankreuzen zu bestätigen.

Einverständniserklärung_Sex