Archiv für den Monat: März 2018

Müll

Kürzlich mal wieder nach längerer Zeit in einem Fast-Food-Geschäft gelandet. Sobald die Menü-Auswahl vor mir auf dem Plastiktablett lag, bereute ich meinen Kauf: Kaffee im Plastikbecher; verpacktes Sandwich, versehen mit Industriekäse und Industrieschinken, in Sekunden hocherhitzt in der Mikrowelle; kleine Milchdöschen, einzeln verpackt in Plastikgefässchen; Zuckerstangen, jeweils einzeln verpackt. Der Nährwert nahe null, der Geschmack nahe null, jede Menge Abfall nach 5 Minuten Konsum. 

Giftgas aus Russland – wo sind die Beweise?

Die britische Regierung beschuldigt Russland, die russische Regierung, für das Giftattentat auf den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia auf britischen Boden verantwortlich zu sein.

Man kann Sympathien für Russland hegen oder gegen Russland eingestellt sein – das spielt hier keine Rolle. Entscheidend ist, dass in diesem Fall massive Vorwürfe gegen Moskau erhoben werden, ohne dass London Beweise für seine Vorwürfe präsentiert. Das aber wäre die Voraussetzung dafür, um Strafmaßnahmen gegen Russland, wie sie nun von der britischen Regierung initiiert worden sind, zu beginnen. Stattdessen hat Theresa May die Sanktionen in Kraft gesetzt, ohne der britischen und europäischen Bevölkerung darzulegen, wie sie und ihre Behörden die Schuld Moskaus nachweisen wollen oder können. Und die europäischen Staaten, so scheint es, stimmen ihr dabei zu. Tatsächlich stellen auch sie die entscheidende Frage nach dem Beweis nicht.

Es ist ein bisschen wie bei dem kleinen Mädchen, dass sich einen Rüffel der Mutter einfängt, (vor 25 Jahren wäre es vielleicht eine Ohrfeige gewesen), weil es verdächtigt wird, eine Tafel Schokolade aus dem Schrank entwendet und aufgegessen zu haben. Gut: Die Schokolade fehlt. Nur: Die Mutter hat nicht mit eigenen Augen gesehen, wie ihre Tochter nach der Süßigkeit gegriffen haben soll. Die Tochter selbst wiederum streitet jegliche Schuld ab. Dennoch wird sie bestraft.

Es mag ja Indizien oder Auffälligkeiten geben, die eine Verstrickung Moskaus in das Attentat auf Skripal und dessen Tochter vermuten lassen: Mehrere ungewöhnliche Todesfälle ähnlicher Art in Großbritannien in den vergangenen Jahren. Zynische Kommentare aus Russland gegenüber „Verrätern“. Keine eindeutige Distanzierung Wladimir Putins zu den Taten.

Doch allein aus der Tatsache (ist es wirklich eine Tatsache?), dass der angebliche Giftstoff einst in russischen Laboren entwickelt worden sein soll, ist noch kein Beleg dafür, dass Russland in diesem Fall auch hinter dem Anschlag steckt. Zieht London denn keine Alternativen in Betracht? Dass das Gift in falsche Hände geraten sein könnte? Dass ein Dritter hier, aus welchen Motiven auch immer, Rache nimmt? Und wieso beteiligt London nicht Moskau an der Untersuchung des Falles, möglicherweise überwacht von einer neutralen Institution?

Man könnte auch die Frage stellen, ob es wirklich schlau von der russischen Regierung wäre, einen solchen Anschlag auf diese Weise zu begehen? Das Gift wird Moskau zugeordnet. Würde Russland also nicht eine andere Methode, einen anderen und weniger nachweisbaren Stoff, wählen, um solch ein Attentat zu verüben? Ist Moskau wirklich so „doof“, sich derart plump der internationalen Kritik auszusetzen?

Man kann zu Moskau stehen wie man will – so lange keine Beweise vorgelegt werden, sollte auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung gelten. Oder wie war das damals mit der Begründung von US-Präsident Bush, den Irak anzugreifen?

 

 

Alle reden über unterdrückte Frauen – wo bleiben die Männer?

Aha, Weltfrauentag also. Da erfahren wir mal wieder, dass Frauen total benachteiligt sind. Sie kriegen die schlechteren Jobs, sie werden schlechter bezahlt, sie sind in Politik und Wirtschaft in der Minderheit. Im Deutschlandfunk beschwert sich eine engagierte Studiogästin, dass bei dem eben gespielten Lied, einem Duett, der Mann die erste Stimme hat. Natürlich, der Mann wieder.

Seit Monaten lesen und hören wir überall, dass Frauen von Männern begrapscht, verprügelt und sexuell missbraucht werden. MeToo lautet der entsprechende Hashtag. Bei Filmpreisverleihungen geht es mittlerweile offenbar weniger um Filme als darum, dass Regisseure vielfach sexwütige Bestien sind, die Schauspielerinnen erstmal flachlegen, ehe sie ihnen eine Rolle geben. Selbst bis dato unverdächtige Lyriker geraten mittlerweile in den Verdacht, mit einer Lobpreisung auf die Frauen in Wirklichkeit zu deren Erniedrigung beizutragen.

Kommentatorinnen wie Margarete Stokowski, die sich wöchentlich bei Spiegel Online ausbreiten darf, hat mit der Untersuchung und Beschreibung der allseits benachteiligten und gedemütigten Frauen ein umfassendes Thema gefunden. Es scheint ihr einziges zu sein.

Die Frauen können einem also leid tun. Aber sie sind engagiert. Sie fordern Quoten, halten Männer auf Abstand (eine Armlänge), gründen Frauenhäuser und organisieren Frauenflohmärkte. Seltsam nur, dass sie dabei so angestrengt, verbissen, teilweise geradezu hysterisch wirken.

Und wo bleiben die Männer? Die halten derweil den Mund und sehen dem Treiben der weiblichen Derwische erstaunt zu. Manche, die Wert auf ihr öffentliches Ansehen legen, stimmen gar in den Chor der Erbosten ein.

Zeit wird es, dass auch die Männer sich organisieren. Schließlich sind sie ungeachtet des aktuellen Aufschreis ein fester und legitimer Bestandteil dieses Planeten. Männer müssen es sich nicht gefallen lassen, dass sie von einer Gruppe erregter Frauen kollektiv als potenzielle Gewalttäter und Unterdrücker dargestellt werden. Bis die sich wieder beruhigt haben rate ich dazu, als Mann öfter wieder etwas mit einem Mann zu unternehmen – das ist in der Regel deutlich entspannter als ein Abend mit empörten, fordernden, klagenden und jammernden Frauen.